Die Entwicklung im Mobilfunkmarkt zeigt mit der Einführung von Handys, wie dem Apple iPhone, ganz klar das Zusammenwachsen von Internet und Mobilfunk auf. Deutlich sichtbar wird bei genauer Betrachtung, dass nicht die Mobilfunknetze die Entwicklung vorantreiben, sondern die Hardwarehersteller. Die mobilen Endgeräte bringen immer mehr Ausstattungsmerkmale mit, die man vom heimischen PC oder Laptop kennt. Mit Ihnen lässt sich das Internet teilweise fast schneller nutzen, als mit dem PC via DSL.

Aber wo bleibt die Killerapplikation des mobilen Internets? Gibt es sie überhaupt bzw. wird es sie je geben?

Bei Teltarif.de darf man gerade lesen, daß die Telco-Industrie jetzt dann doch schon den Mobilfunk-Kunden entdeckt hat:

Die Mobilfunk-Branche hat nach Jahren des technologischen Wettrüstens den Menschen entdeckt, der ihre Handys in der Hand hält – so lautet eine Bilanz des diesjährigen wichtigsten Branchentreffs Mobile World Congress in Barcelona.

Äh… was?

Doch unübersehbar war, dass sich als neues Geschäftsmodell Kundenzufriedenheit in den Vordergrund drängt.

Ja, ihr habt richtig gelesen. Das scheint wohl das Fazit der Welt größten und wichtigsten Telekommunikationsmesse zu sein.

Die Netzbetreiber haben an sich Jahre lang die Entwicklung durch zu hohe Preise für Datentraffic gebremst, wenn nicht sogar unterdrückt. Und sie tun es noch heute. Endgeräte wie das iPhone oder das QBOWL bieten sich gerade zu als mobile Surfmaschine an. Nicht umsonst hat T-Mobile vermeldet, daß der Datenumsatz bei iPhone Nutzern im Vergleich zum normalen Kunden enorm gestiegen ist. Man spricht von 100MB Datentraffic im Durchschnitt.

Es zeigt sich also, daß Kunden mit einem Datenpaket oder einer Flat, auch tatsächlich mobil ins Netz gehen. die logische Konsequenz daraus ist, daß wir noch mehr iPhone ähnliche Endgeräte benötigen, z.B. das N95 oder das neue N96 von Nokia oder aber Endgeräte, wie den EeePC mit bereits integrierter UMTS-Datenkarte. Dazu benötigen wir günstige mobile Datenflats, wirklich günstige Datenflats!

Nur so ist es zu erreichen, daß die Kunden verstärkt zur mobilen Datennutzung übergehen und sich vom Wenig- bzw. Vieltelefonierer zum mobilen Datennutzer weiterentwickeln.

Aber wo bleibt nun die mobile Killerapplikation? Ist vielleicht die Datennutzung selbst die Killerapplikation? Vermutlich nicht, denn Daten werden auch mobil immer günstiger. Als Kunde will man sich auch nicht über den Zugang den Kopf zerbrechen. Man möchte nur ins Netz und das möglichst einfach und kostengünstig.

D.h. doch nun aber, wenn Mobilfunk und Internet zusammen wachsen und man mobil ins Netz gehen möchte, wo immer man ist, dass es gar keine Killerapplikation im Mobilfunk geben muß, sondern irgendwo im Netz, oder?

Problematisch in diesem Zusammenhang allerdings ist, dass der Internetnutzer daran gewöhnt ist im Internet fast alles kostenlos zu bekommen. Was ja für jeden von uns auch von Vorteil ist, also nicht falsch verstehen. Aber hier liegt die eigentliche Crux. Die Mobilfunkanbieter können den Zugang verkaufen. Evtl. gibt es auch auch Dienste und Applikationen, die über das mobile Internet genutz, etwas einbringen. Aber an eine Killerapplikation glaubt wohl niemand mehr.