Twitter
Twitter - Microblogging at it´s best

Microblogging via Twitter ist nicht nur spaßig, spannend und absolut in, es kann auch nervig sein. Nervig vor allem dann, wenn Spammer Twitter entdecken. Was Twitter ist und wie man es nutzt, kannst Du/könnt Ihr, können Sie im Artikel „Twitter – eine Hassliebe“ nachlesen

Aber fangen wir von vorne an. Wenn man sich bei Twitter erstmalig anmeldet hat man keine Freunde, kein Netzwerk, keinen Kontakt. Man sollte jemanden kennen, der schon twittert, oder man sucht nach Freunden und bekannten. Eine weitere Möglichkeit ist es Twitter auf den eigenene Mailaccount und seine Kontakte zugreifen zu lassen, um Twitter-Kontakte zu finden. Letzteres halte ich für ein wenig kritisch, aber twitter ist an sich sauber und macht da keine Spirenzchen. Schließlich kann man auch der öffentlichen Timeline folgen, um interessante Kontakte zu finden und denen zu „followen“.

Genau dies kann dann zum Problem werden, wenn Betreiber von einschlägigen, anrüchigen Webseiten oder Anbieter von kleinen blauen Pillen glauben, ihre Links via Twitter posten zu müssen, um ihre Klickraten zu erhöhen oder ihre „Verkäufe“ zu steigern.  Offensichtlich klicken sie auf jeden Twitterati, den sie auf der Public Timeline vorbeirauschen sehen, um ihm zu „folgen“. Der „verfolgte“ Twitterrati, erhält dann, so wie es von Twitter vorgesehen ist, eine Mail mit dem Hinweis auf den neuen „Follower“. Meist sind es Namen wie, „Shelly23“ oder „Anna18“, die in diesen Mails auftauchen.

Leider muß man, um zu sehen wer einem folgt, nun doch wenigsten auf das Profil klicken. Was man zu sehen bekommt ist ein erster und einziger langweiliger Eintrag mit einem oftmals durch Tiny-URL verkürzten Link zu einer Pr0n- oder Medikamenten-Shop-Seite, neben einem oftmals recht eindeutigem Profil-Bild. Einzige sinnvolle Gegenmaßnahme bisher: den User blocken. Dies erreicht man ganz unten rechts in der Twitter-Sidebar über den Befehl „BLOCK“.

Nun hat sich jedoch Twitter selbst vor ein paar Tagen endlich dieser Thematik angenommen. Verhindern können sie wohl kaum, daß Spammer sich einen neuen Account anlegen und ihrer „Arbeit“ nachgehen. Twitter schreibt dazu:

Suspended Accounts

Today, we launched a new admin tool which allows us to more efficiently deal with spam when we spot it. Our support staff can now more easily review and suspend spam accounts as well as visibly change the content on the profile to read, „This account is currently suspended and is being investigated due to strange activity,“ so that others may be warned.

Community Powered Alerts

Suspending a spam account only works after it’s already caused some damage. We have enhanced our admin tools to more accurately factor your feedback for a more timely diagnosis. When you block a spam account, we take note—when more people start blocking a spam account, we go to red alert. Blocking also puts that account out of sight and out of mind so you don’t have to see it anymore.

Dedicated Personnel

It’s unfortunate that this has to be done but we’re going to hire people whose full time job will be the systematic identification and removal of spam on Twitter. These folks will work together with our support team, and our automatic spam tools. Our first „spam marshal“ is starting at Twitter next week.

As always, fighting spam is a sustained activity. There is no magic wand we can wave or switch we can flip to make it all go away. Spammers will keep finding inventive new ways to advance their motives and harm user experience and we’ll keep shutting them down and slowing their progress. We just wanted to make sure everyone knows that we are taking spam seriously.

via Twitter-Blog

Es wird also etwas gegen die Spammer getan und das empfinde ich als äusserst positiv. Selbstverständlich finden diese Leute immer wieder eine Lücke durch die sie schlüpfen können. Scheinbar ist dies auch ein lohnendes Geschäft, denn ich kann mir kaum vorstellen, dass man sonst diesen Aufwand treiben sollte. Auch wenn es höchste Zeit wurde, dass die Twitter-Leute hier etwas tun, Mails mit Hinweisen auf solche SPAM-Follower werden wir wohl weiterhin bekommen. Ist bei mir eben auch grade wieder passiert, allerdings mit einem anderen Ergebnis als sonst. Die neuen Twitter-Kollegen waren schneller:

Gesperrter Twitter Account eines Spammer
Gesperrter Twitter Account eines Spammers

Hier haben also schon einige User vor mir auf „Block“ geklickt, die Jungs bei Twitter haben dies via Monitoring festgestellt, vermutlich automatisiert und den Account erstmal dichtgemacht. Gut so!

Ich frage mich gerade, wieviele Nutzer einen Account wohl blocken müssen, bevor der Twitter-Filter agiert und ob dies auch einem normalen Twitterati passieren kann. Vemutlich braucht es nicht viel und es kann jedem passieren. Aber den Account wieder freizukriegen, wenn man nichts verbrochen hat, sollte ja auch kein großes Problem sein.

Somit wird Twitter noch ein klein wenig professioneller und sauberer. Man darf hoffen, dass die Spammer so bald die Lust verlieren und wieder Ruhe einkehrt. Wie macht man das eigentlich beim Opensource-Microblogging-Dienst identi.ca. Er basiert auf einem offenen Tool namens Laconica. Macht die Community das selbst? Vielleicht kann Cem Basman, der sich nun bei identi.ca statt bei Twitter bewegt dazu mal etwas sagen… Cem plant auch ein Microblogging Event in 2009.

Link zu Cem Basman