Vorläufig keine Streetview-Aufnahmen in Schleswig-Holstein

Google Streetview nicht in Schleswig-Holstein?
Google Streetview nicht in Schleswig-Holstein?

Seit einigen Monaten herrscht in Deutschland eine neue kleine Hysterie. Wer hat wann wo eines der höchst interessanten Google-Streetview-Cars gesehen? Wer hat die ersten Schnappschüsse der schwarzen Wagen?

Neben diesem Sichtungs-Hype gibt es aber auch ganz andere Stimmen. Was ist eigentlich mit dem Datenschutz, dem Schutz der Anwohner, deren Häuser und Wohnungen hier aus jedem Blickwinkel abgelichtet werden sollen? Was passiert mit den Menschen, die zufällig auf den Bildern erscheinen werden?

Ich muß zugeben es macht schon Spaß beispielsweise einmal in Streeview durch New York zu wandern und sich anzusehen, wie es denn dort vor Ort aussieht. Aber will ich, dass jemand mein Haus und mein Grundstück genauso einsehen kann, möglichwerweise in meine Fenster gucken kann? Eigentlich möchte ich das nicht! Genauso wenig wollen das einige Gemeinden in Schleswig-Holstein, die bereits vergangene Woche gegen Google vorgingen.

Thilo Weichert, Datenschutzbeauftragter Schleswig-Holsteins, hatte gegenüber Google nunmehr noch einmal deutlich gemacht, dass die Aktion in Schleswig-Holstein unterbleiben soll, da sie nicht mit dem deutschen Bundesdatenschutzgesetz vereinbar sei. Somit wären die Aufnahmen an sich auch für das ganze Bundesgebiet nicht erlaubt. Google hingegen sieht dies völlig anders:

Google Deutschland zeigte sich in seiner Antwort zunächst nicht für die Umgebungsaufnahmen verantwortlich und verwies auf den Mutterkonzern in den USA. Dieser gehe davon aus, dass die Erstellung der Bilder hierzulande rechtmäßig sei. Da Schleswig-Holstein derzeit nicht betroffen sei, wolle man aber auch noch keine Stellung beziehen.

Da kennt Google sich offensichtlich sehr gut mit den hierzulande geltenden Gestetzen aus, wie es scheint 😉

Wie man schon heute in Streetview sehen kann, werden zum Beisipiel die Gesichter der Personen und auch Autonummern „verwischt“. Sieht man sich jedoch ein wenig um, dann könnte man mit genügend krimineller Energie schon auf die Idee kommen, besonders in guten Wohngegenden, mal zu schauen, wie man denn am besten in die Hütte kommt…

Es schleicht sich doch, je mehr man darüber nachdenkt, ein ungutes Gefühl ein. Google will natürlich langfristig einen guten Service anbieten. Die Verknüpfung zwischen Google Adwords oder Google Adsense zu Streetview ist nicht fern. Für Google ist es sicher ein leichtes Werbung in die Streeview-Darstellung einzubinden. Hier schließt sich dann auch der Kreis zum Google-Phone G1. Das Handy basiert auf dem Betriebsystem Android von Google und bietet zusammen mit der Software Enkin heute schon einen ähnlichen Service.

Bis zum Jahresende wolle Google nun keine Streetview-Aufnahmen in Schleswig-Holstein machen. Lang ist das aber auch nicht mehr hin und bis dahin werden sich nun die Bundesbehörden der Sache annehmen.

Als Vorschlag zur Güte könnte man vielleicht vorab die Gemeinden informieren, wann man den gedenkt die Bilder zu machen. Vor der Veröffentlichung sollte dann jeder Bürger einer Gemeinde das Recht haben, entweder Google die Freigabe zu erteilen, oder zu verweigern, ob denn das eigene Grundstück erscheinen darf oder nicht.

Ich bin ein wenig hin- und hergerissen wie ihr vielleicht merkt. Der Dienst ist cool, aber die Rechte des einzelnen stehen m.E. auch im Vordergrund. Was denkt ihr? Würdet ihr Euer Haus ablichten lassen? Oder wollt ihr lieber Eure Privatsphäre wahren?

via: Heise.de

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