Gedanken zum Ausbau der Breitbandversorgung

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Gedanken zum Ausbau der Breitbandversorgung

Der grüne Netzbetreiber will nunmehr also sein Netz aufbohren und den Massen Zugang zum mobilen Internet mit 236,8 kBit/s abieten. E-Plus will dazu sein Netz im Jahr 2009 entsprechend mit EDGE aufrüsten. Aber Achtung: auch hier heißt „flächendeckend“ nichts anderes als 90% des Netzes.

Auch dieses Aussage ist in meinen Augen etwas schwammig. Im Rahmen der Mobilfunk-Netzplanung schaut man sich beim Aufbau eines Netzes zunächst innerhalb eines Landes/Staates an, wie die regionale Bevölkerungsverteilung aussieht. Dort, wo man glaubt in kurzer Zeit möglichst viele Kunden zu erreichen, startet man den Netzausbau und den Netzbetrieb logischer Weise als erstes.  So erreicht der Netzbetreiber in möglichst kurzer Zeit den ROI. Im Zusammenhang mit der oben gennanten Flächendeckung und den „90% des Netzes“, stellt sich mir nun die Frage, was uns E-Plus damit wirklich sagen will.

Vielleicht errinnert sich noch der ein oder andere an die Auflagen der UMTS-Lizenz-Versteigerungen und den damit verbundenen Lizenz-Auflagen, die durch die damalige Regulierungsbehörde – heute BNetzA – ausgegeben wurden. Innerhalb gewisser Fristen mußte ein gewisser Prozentsatz an UMTS-Netzabdeckung erreicht werden. Die Netze legten dies so aus, dass man sich auf z.B. 25% der Bevölkerung festlegte und nicht auf die räumliche Abdeckung des Bundesgebietes von 25% der Fläche. Letzteres wäre natürlich um einiges teurer gewesen. Da die Lizenzen aufgrund der Versteigerung eh schon nicht ganz billig waren, stellt dies einen sehr logischen Schritt für ein betriebswirtschaftlich agierendes Unternehmen dar.

Vor diesem Hintergrund ist also die Aussage seitens E-Plus etwas unklar. Weiterhin heißt es nun im aktualisierten Artikel, in Bezug auf die Frage nach dem UMTS-Ausbau im E-Plus Netz, dass „man (wolle) sich nicht nur von technischen Kennzahlen treiben lassen“ (wolle).

Dazu habe ich zwei Punkte:

Dem Nutzer ist gelinde gesagt vollkommen wurscht, welche Technik er nutzt,  um ins Internet zu gelangen, solange es Breitband ist. Er will die Vorzüge des heutigen Netzes auch nutzen können, möglichst zu jederzeit, optional auch an jeden Ort. Zu nennen wären hier Dienste wie Musik-Streaming, WebTV, Videodownloads, Youtube usw.  Außerdem sollte das ganze nicht zu teuer sein.

Somit sind wir beim zweiten Punkt. Natürlich ist es ein Modell, sich die bevölkerungsstärksten Regionen auszusuchen und dort in kurzer Zeit den Break Even zu schaffen. Vorausgesetzt man kann sich gegen Mitbewerber, die analog handeln durchsetzen und genügend Kunden erreichen.  Warum aber versucht man es nicht auch einfach mal auf die andere Art? Es gibt in ländlichen Regionen genügend breitbandwillige Kunden, die auch gern 5-10€ mehr ausgeben würden, wenn sie nur endlich einen Breitband-Zugang bekommen würden.

Ich bin überzeugt, dass es für einen kleineren Anbieter durchaus ein sehr lohnendes Geschäftsmodell darstellen kann, jetzt und heute damit anzufangen ländliche Regionen zu erschließen. Mit welcher Technik ist dabei wirklich mehr als egal. Warum sollte sich eine E-Plus, die sich ja im Markt schon eine ganze Zeit lang quasi revolutionär verhält (BASE, Simyo, Verkauf des eigenen Netzes!) nicht auch beim UMTS-Netzausbau gegen den Trend entwickeln?

Glücklicherweise habe ich noch geradeso DSL2000 zu Hause bei mir auf dem Dorf. Mich würde aber nichts davon abhalten auf ein UMTS Angebot zu wechseln, sobald dies verfügbar wäre, wenn es nur ein wenig schneller wäre. Aber ich sehe das nicht so, weil es mich persönlich betrifft. Es gibt in meinem Umfeld und im Umfeld derer eine große Zahl von möglichen Kunden für so einen Diensteanbieter.

Seht ihr das ähnlich? Könnte ein Netzanbieter damit wirklich Geld verdienen? Wie ist Eure persönliche Situation? Was für einen zugnag habt ihr und welchen hättet ihr gern? Was dürfte es kosten?

2 Comments

  1. Die Zukunft ist mobil. Das heißt in meinen Augen, dass die Entwicklung des Internetzugangs unweigerlich auch drahtlos über die Handynetze funktionieren wird. Mal abgesehen davon, dass es unheimlich praktisch ist, wenn man mit dem Laptop oder eins von den neuen Multimedia-Handys überall mobil im Internet surfen kann.

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