Regulierungswahn: Windows7 ohne Browser in Europa

Windows7 kommt ohne Internet-Explorer nach EuropaWenn man sich die heutige Computerlandschaft ansieht, dann stellt man sehr schnell fest, dass die am meisten verwendeten Betriebssysteme auf den PC´s dieser Welt ganz klar aus dem Hause  Microsoft entstammen. Dass die Windows nicht das beste, aber auch sicher nicht unbedingt das schlechteste Betriebssystem ist, wissen wir auch. Dies mögen sicher einige Linux-Jünger und Apple-Freaks ganz anders sehen, aber die Mehrheit der Anwender kommt weitestgehend mit Windows gut klar.

Durch die weltweite Verbreitung der Windows-Systeme, genießt Microsoft logischerweise eine nicht zu unterschätzende Vormachtstellung. Es ist ein Leichtes für das Unternehmen aus Redmond, das OS so mit weiterer Software und Mehrwertdiensten zu verknüpfen, dass sich dadurch sicher noch die ein oder andere Milliarde US-Dollar abschöpfen liesse. Natürlich nutzt ein wirtschaftlich arbeitendes Unternehmen solche Wege. Sicherlich aber nur maßvoll, denn die Kunden merken sehr schnell, wenn sie geschröpft werden sollen.

Der EU-Kommision für Wettbewerbsrecht ist die Vormachtstellung des Softwareriesen seit längerer Zeit ein Dorn im Auge und wirft den Redmondern vor, dem Wettbewerb im Browsermarkt zu schaden. Die Folge ist, dass das neue Windows Betriebssystem Windows7 gar keinen Browser mehr enthält. Dies passiert natürlich zum Schutze der anderen Browseranbieter und auch zum Schutz des Kunden, der alle Freiheit haben soll, sich seinen Browser auszusuchen.

Logische Frage: Wie soll der PC-User nun ins Internet gelangen, wenn kein Browser im System vorhanden ist? Diese Frage haben sich bei längerem Nachdenken dann wohl auch die Wettbewerbsrechtler der EU-Kommision gestellt. Kurzerhand soll Microsoft nun eine Auswahl an Browsern bei der Installation zur Verfügung stellen.

Übertragen wir das mal auf die gerade leidende Auto-Industrie: Volkswagen wird in Deutschland verknackt, bei Bestellung des Wagens auch Motoren von Honda, Toyota, Opel, Mercedes und vielen anderen anzubieten. Komisch irgendwie, oder? Der Vergleich mag hinken, aber diese EU-Auflagen sind einfach Nonsens.

Nach jetziger Planung Microsofts kommen die ersten Versionen auf jeden Fall ohne Internet-Explorer. Der Nutzer oder der PC-Hersteller können jedoch bei der Erstinstallation wohl auf einfache Weise den IE hinzufügen.

Die Entkoppelung des Internet-Explorers vom Betriebsystem hat Microsoft schon vor Jahren umgesetzt. Jeder PC-Anwender hat heute die Möglichkeit sich einen x-beliebigen Browser nachzuinstallieren, wenn er möchte. Wozu also solche Eingriffe?

6 Comments

  1. Also der Vergleich hinkt gewaltig. Ein Vergleich mit der Auslieferung des VM samt eines bestimmten Navigationsgeraetes waere sinnvoll. Aber den Motor eines Fremdherstellers zu forcieren waere wie Windows mit Unix-Kernel zu forcieren — soweit ich weiss hat das die EU-Kommission aber nicht getan 😉

    Anyway, unter Unixoiden Betriebssystemen gibt es Paketmanager, damit kann man Software auch ohne Browser und gar ohne grafische Schnittstelle installieren. So etwas ist unter Windows natuerlich undenkbar.

    Zum Windows-Update: Es wird per Browser auch weiterhin nur per IE gehen. Nutzt du eine Alternative wirst du mE zu 99% auf das Automatik-Update bzw. dieses Updatetool im System Center von Windows 7 verwiesen. Und das wird nicht die einzigste Stelle bleiben, wo die EU spaeter nachhaken sollte. Ich frage mich sowieso was mit der ganzen Software wird, die bei der Installation zwingend auf einen installierten IE ueberpreuft und diesen ggf. nachinstalliert… Dieses Thema ist noch lange nicht zu ende.

    So long…

  2. Der Vorteil des Linux AppStore ist aber, dass es meist kostenlos ist. Ich bin bisher noch nicht so in der Materie drin, aber angefangen mich mit Linux zu beschäftigen habe ich schon 😉

  3. Linux zeigt ja auch, dass es möglich ist sich Software nachzuinstallieren, ohne wirklich einen Browser haben zu müssen. Einfach das favorisierte Packet auswählen und schwupps ist das Thema durch.

    Das finde ich an Linux ja auch so gut: Du suchst für irgendeinen Zweck eine Software und es ist mit ein paar Klicks möglich aus den Katalogen die richtige runterzuladen. Sozusagen der App-Store für Linux. Apple hat da auch nur abgeguckt…

    So könnte Windows das auch gern machen!

  4. die Regelung für sich ist sinnlos, keine Frage. Als Positivmerkmal möchte ich aber anführen dass das Windowsupdate dann wohl endlich auch mit anderen Browsern als dem MSIE funktioniert (funktionieren muss)

  5. Dein Vergleich ist mal wirklich geil!

    Ich war eigentlich der Meinung, dass es schon ganz okay ist, wenn M$ kein IE mitliefert, aber dein Argument ist schon berechtigt…wie soll man an dern FeuerFuchs kommen, wenn man nicht auf die HP kommt :-/
    Wobei man natürlich einfach eine Computerzeitung kaufen kann – Egal welche mit CD, da ist immer nen Browser mit drauf.

    Die EU Richtlinien zeigen sich da mal wieder von ihrer besten Seite ^^

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