Eine Subdomain zum Schnäppchenpreis von 99€

Dollars !Gestern ging ich wie gewohnt zum Briefkasten, um nach der Post zu sehen. Auf das ein oder andere Schreiben hatte ich schon sehnsüchtig gewartet, doch ein Brief fiel mir besonders ins Auge. Im Adressfeld wurde als Absender ein Firma „co.de / Websuche“ in Osnabrück genannt. Websuche? Im Zusammenhang mit diesem Wort, fallen einem ja nun schon sehr schnell einige Brands ein (Google, Yahoo, Bing, etcpp.), aber co.de? Nie gehört.

Hier das einleitende Geschwafel:

„Wie Sie wissen, gibt es in sehr vielen Ländern der Welt Domains mit einem .co vor dem Ländercode der Domain (z.B. Großbritannien). In Kürze wird dies auch in Deutschland möglich sein. Derzeit läuft die Vergabe von .co.de-Domains an Markeninhaber zur Vermeidung juristischer Probleme (Sunrise-Phase). Nach dieser Phase steht jedem die Domainendung .co.de für die Registrierung von Domains offen (Landrush-Phase).“

Irgendwie irritierte mich dies. Dass es in England „.co.uk – Domains“ gibt, ist ja nichts Neues, aber nun auch hier bei uns? Co steht in England ohne Zweifel für „commercial.“ Dies dient als quasi-reginnoale Lösung für „.com“ Domains und dies ist auch hinglänglich bekannt. Doch ich hatte bis dato nichts davon gehört oder gelesen, dass es nun ein ähnliches Verfahren auch in Deutschland gebe. Dabei glaube ich zumindest, sehr viel im Web und auf Newsseiten unterwegs zu sein, so dass ich doch jedenfalls mal hätte davon gehört haben müssen. Ich beschloß das Thema noch mal genauer zu recherchieren.

Doch irgendwie fand ich es schon sehr lustig, denn im Schreiben dieser in meinem Augen zwar seriös auftretenden, doch etwas ominös wirkenden Firma stand noch das Folgende:

„Da Sie mit www.penzweb.de eine der wichtigsten Seiten im deutschen Markt betreiben, möchten wir Sie mit diesem Schreiben über die Sunrise-Phase informieren. Sie sind jetzt berechtigt, die Domain penzweb.co.de zu bestellen, um Ihre bestehende Präsenz im Internet noch weiter auszubauen.“

(Hervorhebungen durch Fett-Schrift von mir)

Nun, dass diese Domain eine der wichtigsten im Internet ist, steht wohl ausser Frage (jedenfalls für mich selbst ;-)). Doch wenn ein Unternehmen aus der Domainregistratur-Welt dies schreibt, dann muß dies wohl auch so sein, oder?

Nun ich behaupte mal von mir, ein durchaus kritischer und aufgeweckter Mensch zu sein, also war ich schon mal vorsichtig gestimmt. Viel zu oft hört man von Abzockern, die z.B. für irgendwelche Eintragungen in Branchenbüchern oder auf Branchenseiten im Internet Geld verlagen und auf die „Kunden“ Druck aufbauen, damit diese die einzigartige „Chance“ wahrnehmen, ihr Unternehmen oder was auch immer vor anderen werbewirksam im Internet zu platzieren, bevor der Mitbewerber es tut.

Gerade lese ich nun im Rivva-Feed auf Basic-Thinking im Artikel „Co.de: Billige Subdomain für 99 Euro gefällig?“, dass hinter der Vergabe der co.de-Doamins ganz offensichtlich doch mehr steckt. Der Anbieter erweckt hier den Eindruck, dass es sich bei „.co.de“  um eine Top-Level-domain handele, ganz so, wie man es von TLDs, wie „.de“ oder „.dk“ kennt. Doch der Schein trügt.

Der Anbieter hat bei der Vergabe der Kurzdomains Glück gehabt, die vor kurzer Zeit stattfand und unter der Top-Level-Domain „.de“  schlicht und ergreifend die Bezeichnung oder den Namen „co“ sichern können. Das „co“ kann man auch durch „penzweb“ ersetzen. Hätte ich versucht eine Kurzdomain zu bekommen, dann wäre meine Wahl wohl auf „mp“ gefallen, da dies die Initialen meines Namens sind. Die Kurzdomain hätte dann „mp.de“ gelautet. Hättet ihr dann auch eine Seite mit dem Namen „meinetolleSeite.mp.de“ haben wollen? Sicher nicht, denn das wäre ja nur eine „Subdomain.“

Wer also, frage ich mich, sollte nun für 99€ eine Subdomain auf „http://www.co.de“ buchen wollen? Ich weiß es nicht, aber vielleicht mag ja das Unternehmen „co.de / Websuche“ hier bei mir eine Subdomain buchen. Ich hätte da noch was frei. Wie wär es mit „websuche.penzweb.de“ oder vielleicht „code.penzweb.de?“ Ruft an, ich mach Euch auch einen echt guten Preis!

Disclaimer: Liebe Leser, bitte lasst Euch nicht von solchen Methoden einschüchtern oder ins Boxhorn jagen. Notfalls immer erst im Web recherchieren, oder jemanden Fragen und anrufen, der sich auskennt. Das kann auch der eigene Webspace-Anbieter sein, die helfen gern, auch in solchen Fällen.

Creative Commons License photo credit: pfala

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