Hausdurchsuchung: Fremdsurfen im offenen WLAN

Toronto WiFiWLAN bietet dem Nutzer große Freiheit und Flexibilität. Die drahtlose Verbindung ins Internet ermöglicht mit dem Laptop oder PC die freie Standortwahl innerhalb des Senderadius des WLAN-Routers.

Doch als Betreiber eines WLAN-Routers in den heimischen vier Wänden gilt es einige Dinge zu beachten. Sobald das WLAN-Netz ersteinmal eingerichtet ist, ist das Netz für jederman innerhalb eines Radius von 200-300m, je nach Bauart des Gebäudes, sichtbar. Das WLAN-Netz bleibt nicht innerhalb der eigenen vier Wände. Auch Nachbarn und Passanten können jederzeit das eigene, private WLAN-Netz entdecken.

Genau dies hat sich ein Netbook-Besitzer zu Nutze gemacht. In irgendeiner Straße in einem Wohngebiet in Bayern hat dieser Mann sich mit dem Netbook Zugang zu einem unverschlüsselten WLAN-Netz verschafft und ist online gegangen. Dumm, dass er dabei von einigen Polizisten beobachtet wurde. Das Amtsgericht Taunusstein hat ihn seines Netbooks erleichtert und er mußte eine Hausdurchsuchung erleiden. Die rechtliche Lage mag nicht eindeutig geklärt sein und ma darf gespannt sein, wie der Fall ausgeht. Doch was hätte der „Wardriver“ wider Willen besser machen können?

Zum einen hätte er natürlich nicht einfach ein fremdes, wenn auch offenes WLAN nutzen dürfen. Besser wäre gewesen, er hätte einen Datenstick oder Surfstick genutzt. Alternativ hätte er auch sein Handy zum Router machen können, sofern er auf dem Handy einen enstprechenden Datentarif zur Verfügung gehabt hätte.

Was mich ein wenig wundert ist die Tatsache, dass die Polizisten so klar feststellen konnten, dass er in einem fremden WLAN surft. Sicherlich hat dies die Situation und ein Gespräch, wie auch immer ergeben.

Das Beispiel zeigt jedoch auch, dass es immer noch Menschen gibt, die ihren WLAN-Router offen und unverschlüsselt betreiben. Die Gründe dafür sind vielfältig. Die DSL-Anbieter bieten inzwischen zwar Router, die Plug&Play funktionieren, so soll bei 1&1 der Router durch einfache Eingabe eines Keys die gesamte Konfiguration erfolgen, so dass der Besitzer sofort online ist. Offenbar gibt es aber zwischen den einzelnen Hardware-Elementen, wie Laptop, Router, PC, Spielekonsole und Handy immer mal wieder Schwierigkeiten mit der gemeinsamen Nutzung einer Verschlüsselungsart, so daß der WLAN-Router-Betreiber die Verschlüsselung genervt einfach abschaltet.

Dies sollte man unter keinen Umständen tun. Jede Verschlüsselung ist besser als gar keine. Notfall sollte man immer mal jemanden Fragen der sich auskennt, oder noch besser, einen Fachmann zu Rate ziehen. Denn als Betreiber eines WLAN-Netzes kann man auch dann zur Verantwortung gezogen werden, wenn fremde Personen den Router nutzen, um ihrer kriminelle Energie freien Lauf zu lassen. So wurden bereits unbescholtene Bürger verklagt, weil Dritte über ihren WLAN-Router Musik, Spiele oder Software gesaugt haben.

Besser ist also immer mit Verschlüsselung. Hilfe und Unterstützung findet man auch immer sehr schnell im DSL-Forum. Einfach mal vorbeischauen!

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