Schenken wir den Griechen nagelneue U-Boote?

Die Rettung Griechenlands steht offensichtlich kurz bevor. Gerettet wird die griechische Wirtschaft dann unter anderem mit einigen Millionen Euros, die wir alle in Form von Steuergeldern zusammengetragen haben. Darüber kann man geteilter Meinung sein. Sicherlich ist es auch für die deutsche Wirtschaft von Vorteil, wenn wir als das Exportland Europas mit günstigen Krediten stützend Einfluß auf den griechischen Staatshaushalt nehmen.

Etwas befremdlich habe ich bereits reagiert, dass die Bundesregierung sich mit mehr als 20 Milliarden Euro an der Rettung beteiligen und im gleichen Zuge rund 30 Millionen Einsparungen in der Bildungspolitik vornehmen will. Der deutsche Staat ist selbst extrem verschuldet, verleiht jedoch munter Geld. Schon seltsam. Noch etwas befremdlicher habe ich reagiert, als sich unsere Volksvertreter nur wenige Tage nach dieser Ankündung ein sattes Gehaltsplus „verordnet“ haben.

Doch das ist noch nicht alles. Wie der ein oder andere Leser meines Blogs oder meiner Tweets vielleicht weiß, arbeite ich in Kiel, direkt an der Hörn. Schaue ich dort aus dem Fenster habe ich auf die Kieler Förde eine wunderbare Aussicht. Ebenfalls kann ich sowohl Oslo- als auch den Schwedenkai einsehen, Glas-Pavillion im 6. Stock sei Dank. Auch die HDW-Werft und deren Anlagen sind sehr gut einsehbar. So kommt es, dass man an manchen Tagen auch solche Bilder zu sehen bekommt:

Wenn man solche Bilder sieht, dann denkt man als erstes daran, was Ingenieure hier alles auf die Beine stellen. Die U-Boote werden regelmäßig in der Förde getestet, oder starten von hier zur ersten großen Fahrt in ihren künftigen Heimathafen. Deutsche Wertarbeit eben. Und hier kommen wir dann wieder zurück zu den Griechen. Griechenland hat 4 U-Boote des Typs 214 geordert. Gut 80% der 2,85Milliarden Euro hat der griechische Staat bereits überwiesen. Die letzten 500 Millionen Euro stehen noch aus. Ob die HDW-Werft den Restbetrag noch bekommen wird?

Was passiert, wenn die Werft den Betrag nicht bekommt? Dies würde die Werft vermutlich in eine tiefe finanzielle Krise führen. Wie viele der 2300 Mitarbeiter würde dies wohl den Job kosten? Doch betrachten wir die Thematik doch einmal aus einem anderen Blickwinkel.

Griechenland kauft für 2,85 Milliarden Euro U-Boote, Geld, das der griechische Staat zum Zeitpunkt der Zahlung an sich schon gar nicht mehr ruhigen Gewissens hätte aufbringen dürfen. Dies war im Jahr 2000. Zudem fragt man sich, wozu die Griechen eigentlich U-Boote benötigen, aber das nur am Rande.  Jetzt ist der Staat gänzlich pleite und bezieht – unter Auflagen – günstiges Geld von seinen gönnerhaften europäischen Nachbarn.

Dass wir die, in meinen Augen unsinnigen, Rüstungs-Einkäufe der Griechen mit diesen Krediten doppelt finanzieren ist doch reichlich strange… Doch wenigstens soll unsere Kanzelerin nun einen Streit zwischen der Werft und den Griechen schlichten, um an die Restzahlung zu gelangen. Die Griechen verscheuern das letzte U-Boot, das noch zur Übergabe aussteht dann wohl weiter an einen anderen Staat – hoffentlich nicht an den falschen…

Besondere Sympathien erkauft sich die derzeitige Bundesregierung mit ihrem unkoordinierten Vorgehen bei mir dennoch nicht!