Mobile Internet-Nutzung im In- und Ausland

Communications offWie jüngst in der Taz im Artikel Diekmanns Telekom-Schulden zu lesen war, machen auch extrem hohe Gebühren für die mobile Daten-Nutzung im Ausland auch vor prominenten Persönlichkeiten nicht halt.

Wie oft schon konnte man Berichte lesen, in denen Mobilfunknutzer in die vermeindliche Kostenfalle Datenroaming getappt waren. Dabei sollte doch der eigene Tarif und vor allen die hohen Roaming-Gebühren durchaus bekannt sein. In vielen dieser Fälle waren sich die Nutzer jedoch oftmals gar nicht bewußt, dass sie bereits im ausländischen Netz unterwegs waren. Ich erinnere mich an einen Fall, wo ein LKW-Fahrer an der österreichischen Grenze, jedoch noch auf hiesiger Seite, des nachts das mobile Internet mit seinem Laptop genutzt haben soll. Er war davon ausgegangen, dass er mit seinem Laptop im Netz eines deutschen Netzbetreibers unterwegs war. Leider hatte sich der USB-Datenstick jedoch bereits im Netz des Österreichers eingebucht. Das Ergebnis: ebenfalls ein Rechnungbetrag jenseits der 40.000€.

Der LKW-Fahrer hatte nicht das Glück, René Obermann persönlich zu treffen, noch ihn zu kennen, wie Herr Diekmann. Herr Diekmann wird wohl aufgrund seines prominenten Status um die Zahlung dieser Rechnung herumkommen. Herr Obermann wird es schon richten. Nunja, auch dem LKW-Fahrer wurde letzlich die hohen Gebühren vom Netzbetreiber erlassen.

Im Gegensatz zum LKW-Fahrer, hätte Herr Diekmann jedoch wissen müssen, dass die Nutzung des mobilen Internets im Ausland, gerade wenn er Bilder und Videos in sein 100-Tage-Blog hochlädt, zumal er sich wissentlich außerhalb deutscher Grenzen und Netze befand.

Ab 01.07.2010 wird die Datennutzung auf ein Maximum von 59,50€ reguliert

Nun gibt es ab 1. Juli 2010 eine EU-regulierte Beschränkung auf 50,- EUR netto oder ca. 59,50,- EUR inkl. MwSt / Monat. Danach wird die Online-Leitung “gekappt”. Die EU-Regelungen zur Reduzierung der Datenkosten im einzelnen:

  • Reduces the cost of surfing the web and downloading movies or video programs with a mobile phone while abroad by introducing a maximum wholesale cap of €1 per megabyte downloaded. This limit will be decreased each year.
  • The new rules will also protect consumers from „bill shocks“ by introducing a cut-off mechanism once the bill reaches €50, unless they choose another cut-off limit (recently, a German downloading a TV programme while roaming in France faced a bill of €46,000). Operators have until March 2010 to put this cut-off limit in place.

Für den Kunden bedeutet dies vor dem Schutz vor Hohen Roamingkosten jedoch auch, dass ein mobiler Zugang zum Internet bis zum Ende des Auslandsaufenthaltes nicht mehr möglich ist. Es sei denn der Kunde selbst nimmt Kontakt mit dem Netzbetreiber oder Serviceprovider auf, um sich wieder freischalten zu lassen. Ist dieses selbst initiierte Freischaltung erfolgt, zahlt der Kunde jedoch wieder den regulären im Tarif vereinbarten Tarif.

Bei E-Plus kann die Freischaltung sogar vom Handy aus selbst ausgelöst werden. Der Kunde gibt hierzu bestimmte Netzcodes (USSD-Codes) ein und bestätigt diese mit der grünen Hörertaste. E-Plus beschreibt diese Funktionen auf der eigenen Webseite unter Daten-Roaming Limit.

Gegebenenfalls sollte man  mit seinem Anbieter in Kontakt treten, um die Einzelheiten zur Roaming-Daten-Regulierung zu erfahren.

Creative Commons License photo credit: SergioTudela

via: Diekmanns Telekom-Schulden