Sensationeller Fund in Füsing: Wikingerstadt ausgegraben

Das war schon in der Tat eine kleine Sensation, als die shz titelte: Füsing Sensation: Wikingerstadt ausgegraben. Die Sensation besteht nun gleich in mehreren Punkten:

  • Wissenschaftler haben in Schaalby im Ortsteil Füsing eine Wikinger-Siedlung aufgespürt
  • Die Siedlung bestand bereits um das Jahr 700 und ist damit älter als das bekannte Haithabu südlich der Schlei
  • Man glaubt dort haben einst etwa 100 „Häuser“ gestanden
  • Es wurde aktuell ein Langhaus markiert und etwa sechs bis sieben Grubenhäuser
  • Die Carlsberg-Stiftung (genau, Calrsberg sind auch die, die das gleichnamige dänische Bier produzieren) finanziert die hiesiegen Ausgrabungen.

Das ist schon spannend. Besonders spannend auch deshalb, weil wir einige Jahre selbst in Füsing gewohnt haben und dort noch heute nahe der Fundstätte regelmäßig am kleinen Strand in Winning baden gehen. Zudem leben meine Schwiegereltern in unserem Nachbardorf Füsing. Also ist die Aufregung natürlich groß.

In der shz heißt es:

Die Wissenschaftler haben eine Siedlung aufgespürt, die bereits um das Jahr 700 bestand und damit ein Jahrhundert älter als Haithabu ist. Mit bis zu 100 Häusern besaß sie zudem eine für die damalige Epoche herausragende Größe. Deutlich kleiner als Haithabu zwar, aber das war seinerzeit auch das Maximum im ganzen Ostseeraum. Und so spricht Dobat denn auch von der bedeutendsten wikingerzeitlichen Ausgrabung in Schleswig-Holstein seit 25 Jahren.Dass sich die bis ums Jahr 1000 bewohnte Fundstätte für Handwerk und Handel eignete, erklärt der Grabungsleiter zum einen mit der Mündung der Füsinger Au. Schiffbar bis nach Mittelangeln, war sie in einer Zeit ohne Chausseen ein bedeutender Transportweg. Außerdem gibt die plateauartige Lage einen weiten, auch strategisch wertvollen Blick auf die Schlei frei: Sumpfgürtel boten zum Landesinneren hin gute Verteidigungsmöglichkeiten.

Wenn man nahe der Fundstätte steht und einmal versucht sich in die damalige Zeit zurück zu versetzen, dann kann man sich sehr gut vorstellen, wie das Leben damals von statten gegangen sein könnte.

Natürlich sind wir bereits vor Ort gewesen, um uns selbst ein Bild von der Lage des Fundortes zu machen. Auf Google Maps habe ich den Fundort einmal markiert. Aber seht selbst, zoomt auch einfach mal raus:

Ausgrabungsstätte Füsing auf einer größeren Karte anzeigen

Schließlich füge ich mal einige relativ unspektakuläre Fotos ein:

Das Betreten der Fundstelle ist selbstverständlich verboten, wie auf dem letzten Bild nachzulesen. Es werden aber unter der Woche Führungen auf der Ausgrabungsstätte angeboten. Von Montags bis Donnerstags ab 16:30 Uhr finden diese statt. Ausserhalb dieser Zeit sollte man bitte nicht auf das Gelände gehen und die Arbeit der Wissenschaftler respektieren.

Klickt Euch auch ruhig mal durch die einzelnen Links hier im Artikel. Viele führen natürlich zu Wikipedia mit weiterführenden Informationen.

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