ePerso: Schüler löschen angeblich sicheren RFID-Chip

Electronic ID-CardDer neue ab November gültige Personalausweis, aka ePerso, wird einen RFID Chip enthalten, auf dem alle Daten des Ausweisinhabers digital abgespeichert werden. Wer unbedingt möchte, kann hier sogar seine Fingerabdrücke digital speichern. Mehr Details über Funktionen und Gefahren des ePerso gibt es in der Wikipedia

Problematisch ist jedoch, das die RFID-Chips im Vorbeigehen mit einfachsten Mitteln ausgelesen werden können. Das ARD-Magazin Plusminus berichtete, wie sie zusammen mit dem Chaos-Computer-Club ebenfalls Daten auslesen konnten:

Den Bundesinnenminister Thomas de Maizière und das Bundesamt für Informationssicherheit (BSI) läßt dies unbeeindruckt weiterhin konstatieren, der ePerso sei sicher. Den Bürger mag dies wundern, aber die Herren Politiker haben bestimmt Recht, oder?

Nun haben Schüler eines Physik-Kurses am Pascal Gymnasium in Grevenbroich mit einem Lötkolben, einem Fotoapparat und einem Schraubenzieher in nur zwei Schulstunden den RFID-Chip des ePerso gelöscht. Der Perso ist weiterhin nutzbar und gültig, nur fehlen fortan die digital hinterlegten Daten, die der Bürger extra zahlen mußte. Auf Gulli.com ist zu lesen:

Juristisch gesehen ist der Chip ein zusätzliches Feature, welches von den Bürgern freiwillig verwendet wird. Die erhöhten Gebühren für den neuen Ausweis in Höhe von knapp 30 Euro waren offiziell mit einem „erhöhten Sicherheitsniveau“ der verwendeten Hardware begründet worden. In Anbetracht der Physikexperimente in Grevenbroich dürfte diese Erklärung ad absurdum geführt worden sein.

Das BSI will jedoch davon nichts wissen:

Ein Sprecher des BSI kann oder will nicht glauben, dass das Wissen von ein paar YouTube-Videos ausreichte, um die Daten in den Ausweispapieren zu löschen.

Die Sicherheit des neuen elektronischen Personalausweises ist sowohl durch den Chaos-Computer-Club, die Schüler des Grevenbroicher Gymnasiums und auch durch viele Einzelversuche, in denen RFID-Chips ausgelesen wurden, mehr als in Frage gestellt. Auch wenn der Bundesinnenminister und das Bundesamt für Sicherheit dies weiterhin bestreiten.

Wer mag unter diesen Umständen seine persönlichen Daten, möglicherweise inklusive Fingerabdrücken, noch auf dem neuen Personalausweis speichern lassen, wenn Dritte dadurch in die Lage versetzt werden können, die Daten für allerlei Unsinn zu missbrauchen. Wer mag es zulassen, dass ein Dritter mit entsprechend krimineller Energie, ein Konto auf den eigenen Namen eröffnet oder gar einen Kredit abschließt?

Die Alternative muß lauten, auf den RFID Chip gänzlich zu verzichten und schon jetzt, noch vor Ablauf des alten Personalausweises einen neuen zu beantragen. Jetzt bedeutet unbedingt noch vor November, denn ab dem 01.11. kann nur noch der ePerso bestellt werden.

Hurry up!

via PlusMinus erklärt den ePerso und Personalausweis: Schüler löschen Chip mit einfachsten Mitteln

Creative Commons License photo credit: maha-online

Personalausweis: Schüler löschen Chip mit einfachsten Mitteln

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