Google+ Button jetzt mit Sharing Funktion -was sagt das ULD dazu?

Vor genau einer Woche sorgte das ULD (Unabhängiges Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein) mit der Bekanntgabe, dass alle „Stellen“ in Schleswig-Holstein ihre Facebook-Fan-Seiten abschalten sollen für eine Welle der Empörung. Das Landesblog Schleswig-Holstein berichtete direkt vom Barcamp Kiel 2011, wo die Pressemeldung wie eine Bombe eingeschlagen war.  Zudem ist die rechtliche Situation, ob das ULD überhaupt Bußgelder androhen darf, noch völlig unklar, wie Jan Strunk im Artikel Bußgeld-Androhung des ULD wegen angeblicher Verstöße gegen das TMG ist rechtswidrig  darlegt.

Am heutigen Tage nun hat Google dem Google+ Button ein Update verpaßt. Aber nicht nur dem Google+ Button, sondern auch der Google+ App. Zumindest kann ich dies für Android bestätigen. So lassen sich nun nicht nur Webseiten mit dem Button „liken“, sondern man kann zudem die Beiträge auch endlich im eigenen Stream teilen. Sharing, wie auf Facebook.

Somit ist nun ein lang gefordertes Feature des noch immer im Beta-Stadium befindlichen Social Media Services aus dem Hause Google verfügbar.

Der Google+ Button funktioniert im Grunde exakt genau so, wie der Like-Button aus dem Hause Facebook. Welche Daten hier erfasst, übertragen und in welcher Form ausgewertet werden, vermag ich nicht zu sagen. Doch ich wüsste schon gern, was das ULD hier nun zum Besten zu geben hat.

Zudem würde mich interessieren, ob nur Thilo Weichert vom ULD in SH die Meinung vertritt, der Facebook Button sei evil, oder ob dies analog auch in anderen Ladensdatenschutz-Zentren so gesehen wird. Die jetzige Situation ist zumindest für Unternehmen mit Sitz in Schleswig-Holstein, die Social-Media-Dienste, vor allem Facebook, zur Kommunikation mit ihren Kunden einsetzen, höchst nachteilig, gegenüber Mitbewerbern aus anderen Bundesländern. Sollte diese Situation weiterhin nicht geklärt werden, wäre es wohl nicht ungewöhnlich, wenn Unternehmen ihren Sitz verlagern würden. Für Schleswig-Holstein, dass jeden noch so kleinen Standortvorteil dringend benötigt,  eine mehr als prekäre Situation, vor allem wirtschaftlich. Neue Unternehmen in der Internetbranche sollten zumindest jetzt nicht unbedingt in Schleswig-Holstein ansiedeln (meine Meinung).

Die Politiker in SH sind nun dringend gefordert eine Lösung zu finden. Ich hoffe, dass sie sich dafür jedoch Berater hinzuziehen, die verstehen, was Internet, Social Media, Reichweitenanalyse und Marketing sind, damit aus Verbot besser Aufklärung und sicherer und verantwortungsvoller Umgang mit persönlichen Daten wird.

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