Das Internet ist das Problem, nicht der Like-Button

Reißerische Überschrift? Stimmt, aber das hat auch seinen Grund. Ließ weiter!

Gestern tagte der Unterausschuss Neue Medien des Deutschen Bundestages. Warum einige der dort gemachten Aussagen falsch sind und warum Facbooks Like-Button gar nicht das Problem ist zeigt folgendes Bild. In diesem Bild ist Deine IP, sind Deine Daten zu sehen.

 

Was hat es damit auf sich?
PrivacyImg - Ein interaktives Beispiel.

Wie erklärt es sich, dass Du in dem Bild – und es ist definitiv eine Grafik -> Rechtsklick – Deine Daten siehst? Ließ am besten den Beitrag Der Facebook-Like-Button oder: das Datenschutzproblem seit 20 Jahren (PrivacyImg).

Doch das, was Facebook macht, gibt es bereits seit 20 Jahren. Der Übeltäter ist ein einfaches Bild. Ein interaktives Beispiel.

 

Es liegt nicht am Netz, es sind nicht die Facebooks dieser Welt, es sind die fehlende Medienkompetenz, welche nur im Rahmen einer umfassenden Bildungsinitiative aufgebaut werden kann undveraltete, den Entwicklungen unangepasste Gesetze und gesetzgebende Politiker.

 

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11 Comments

  1. Da genau liegt der Hase im Paprika. Die selbsternannten IT Spezis erscheinen mir mit ihren Datenschutzmethoden weit über das Ziel hinauszuschießen. Noch vor zwei Jahren regte man sich (mit Recht) über Zensursulars Stoppschildmania auf, murmelte was von „mündiger Bürger“ und heute sind genau diese Leute offenbar überfordert, wenn die eigene IP Adresse protokolliert wird oder ihre fröhlich geposteten „Kuckuck, ich bin hier“-Postings ausgewertet werden.
    Es ist doch weiß Gott mehr als hahnebüchen zu glauben, dass dort ein Zuckerberg in Amerika nächtelang programmiert, weil er es kann. Selbstlos und ohne finanziellen Gewinn. Vielleicht sollte man dort ansetzen, den Menschen zu erklären, dass wir in einer Leistungsgesellschaft leben. Wenn ich etwas für andere (er)schaffe, dann muss das auch honoriert werden. Da wir z.B. facebook unentgeltlich nutzen können, muss irgend jemand anderes dafür zahlen und letztlich auch eine Gegenleistung bekommen. All das ist ausführlich dokumentiert. Wer allerdings meint, er braucht Datenschutzerklärungen und Bedienungsanleitungen nicht lesen oder zumindest sich erklären lassen, der darf sich dann auch nicht beschweren.
    Datenschutz sollte zentral geregelt sein. Insbesondere, was das grenzenlose Internet angeht. Und dann sollte ein Staat, der illegal Trojaner einsetzt, den Ball mal lieber flach halten…
    Wer sich über Internet und seine möglichen Gefahren informieren möchte, der kann dies auf http://www.seitenstark.de tun. Das sollte auch ein Erwachsener verstehen. (Nen Superzeichner haben die da ;o)))) )

  2. Pingback:Der Facebook-Like-Button oder: das Datenschutzproblem seit 20 Jahren (PrivacyImg) | Henning Tillmann

  3. JA, aber ich fand die Disneyversion als Kind so gruselig. Deshalb sitzt die mir noch bis heute so präsent in den Knochen. Wahrscheinlich daher meine Putz- und Aufräumphobie ;o))))

  4. Richtig. Die Internet-Helden, die ich kenne, pochen jedoch gar nicht so auf den Schutz ihrer Daten. Das sind ja eher die Leute, die von dem Medium nichts verstehen, aber meinen das gemeine Volk vor dem Bösen da draußen bewahren zu müssen. Schließlich sind wir alle dumm und unmündig. Siehe ULD Weichert und Peter Schaar.

    Wichtiger ist es seine Gesetzgebung sinnvoll und strukturiert den aktuellen Gegebenheiten anzupassen. Und zwar so, dass man keine Insellösungen schafft.

    Zudem reite ich auch gern noch einmal auf dem Thema Medienkompetenz rum. Ich sehe das als Bildungsauftrag schon an Grundschulen.

  5. Puh! Dann bin ich ja froh, dass Amazon und Google noch nicht auf die Idee gekommen sind. Sonst würde Amazon mir womöglich Produktmails schicken, in denen ich das wiederfinde, was ich mir auf anderen Anbieterseiten angesehen habe. Oder GoogleAds würde mich womöglich mit entsprechenden Anzeigen zuspammen, wenn ich auf Internetseiten komme, die mit GoogleAds ihr Taschengeld aufbessern. Ein Glück, dass auch solche Firmen wie Payback kein Einkaufsprofil von mir erstellen. Aber dieses Facebook, das ist schon heftig. Ich glaube, ich wechsel zu Google+, denn die haben ja gesagt, dass die unsere Daten nicht auswerten. Wär ja auch noch schöner. Gut, sie wollen Klarnamen und könnten nun dadurch den ganzen anderen Diensten wie GoogleMail, Goggledings und Googledangs endlich ein Gesicht zuordnen – nein, das würden die aber nicht machen, glaub ich.

    Hand auf Kopp. Auf der einen Seite finden führende Internethelden das toll, wenn jeder sein individuell auf sich zugeschnittenes Internet bekommen soll, vorgefiltert nach dem, was man für wichtig hält; auf der anderen Seite reden wir von Wahrung des Datenschutzes, dass genau diese Dinge nicht ausgewertet werden dürfen? Es gab da mal so eine Geschichte von Mickey Maus, mit Besen und Eimern, so nach dem Motto, die Geister die ich rief.

    Zugegeben, ein schwieriges Thema, doch es wäre zu klein gedacht, sich auf Facebook einzuschießen. Selbst bei der Bundestagspetitionsseite werden Daten erhoben, über deren Sinnhaftigkeit man streiten könnte…

  6. Dieser Artikel will und soll die Problematik auch gar nicht voll umfänglich veranschaulichen. Aber auch das sollte dem geneigten Leser klar werden, wenn er den Hinweis auf den verlinkten Beitrag zum Initiator der Aktion ließt. Dieser Artikel suggeriert nicht, dass eine IP Adresse ausreicht, sondern, dass man mit einfachsten Mitteln Bewegungsdaten auslesen kann, dies jedoch schon seit Bestehen des Internets der Fall ist.

    Blogbeiträge sind selten vollumfänglich. Sie können es sein, müssen es aber nicht. Es geht manchmal auch nur um die Verbreitung von Themen. Dies ist hier passiert. Nicht mehr, nicht weniger.

    Dennoch ist dein Kommentar für mich wertvoll. Vielen Dank!

  7. Der verlinkte Artikel gibt die Problematik oder auch Nicht-Problematik gut wieder. Dieser Artikel hier jedoch nicht. Die Hintergründe werden nicht erklärt, er suggeriert dass eine IP-Adresse ausreicht. Und eben weil diese Seite hier von Lesern bei Facebook verlinkt, falsch verstanden und kommentiert wurde, habe ich meinen Kommentar druntergesetzt.

  8. Nein, Du hast das Problem nicht verstanden. Denn es gibt keins.

    Deine Ausführungen sind korrekt und mir durchaus bekannt. Ließ den verlinkten Beitrag und denke über Medienkompetenz nach.

  9. Nein, Du hast das Problem nicht verstanden.
    Es geht nicht um IP-Adressen, die bringen den Firmen wenig – denn sie sind nicht eindeutig, wechseln ständig, können von mehreren zugleich genutzt werden und können nur in wenigen Ausnahmefällen einer Person zugeordnet werden.
    Es geht darum dass, sobald nur ein Facebook-IFrame-Button auf einer x-beliebigen Seite dargestellt wird, Facebook durch den Session-State im selben Moment erfährt dass Du Dich auf dieser Seite befindest. Dafür muss man nicht einmal „gefällt mir“ oder sonstwas drücken, es reicht das Öffnen einer x-beliebigen Seite auf der ein „Gefällt-mir“-Button platziert wurde. Sie können über Jahre hinweg einen Großteil der Seitenaufrufe speichern, exakte Profile erstellen und dieses Wissen gewinnbringend einsetzen. Mittlerweile hat nahezu jede größere Website Facebook-Einbindung… Spiegel Online, Stern, so ca. alle Blogs, Witzeseiten etc.
    Schützen vor dem Datensammeln kann man sich, indem man für Facebook einen anderen Browser verwendet der dort nicht angemeldet ist und automatisiert bei jedem Beenden des Browsers die Cookies löscht. Alternativ gibt es PlugIns die die Buttons sperren.
    Auch wenn sich das ganze wie ein Horrorszenario anhört… Ich persönlich habe wenig Probleme damit. Ich finde durch Benutzerprofilanalysen personalisierte Werbung besser, da sie immerhin interessanter als unqualifizierter Spam ist. Und allzu große Fehler beim Datenschutz kann sich Facebook einfach nicht erlauben da eine Nutzerabwanderung Gewinnverlust bedeuten würde.
    Kritisch wird es erst dann wenn Facebook die Daten an Dritte weitergibt.

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