Politik Archive

  • Tod eines Internetaktivisten: Aaron Swartz

    In der vergangenen Woche lief im TV die Dokumentation „The Internet’s Own Boy: The Story of Aaron Swartz“. Aaron Swartz war trotz seiner jungen Jahre, er ging mit 27 in den Freitod, der wohl größte und bekannteste Internetaktivist unserer Zeit. Er starb für seine Überzeugungen. Er setzte sich für freien Zugang zu Inhalten des Internets, gegen Zensur und für freien Zugang zu Wissen ein.

    Die Dokumentation lief auf ZDF-Info, einmal mitten in der Nacht am vergangenen Mittwoch und einmal tagsüber, jedoch beide Male relativ unauffällig. Man mag sich wünschen, dass solche Themen doch eher mal auf dem Hauptsender zur Prime-Time laufen mögen. Doch bei Netzpolitik.org ist zu lesen, dass nun auf ZDF-InFo die Doku noch einige Mals zu sehen sein wird, unter anderem auch am 18.02.15 um 20:15 Uhr.

    Wer nicht warten mag, findet die Sendung zur zeit noch in der ZDF Mediathek unter diesem Link, alternativ ist hier die englische Version der Doku, die es auch auf Youtube zu finden gibt – ja in voller Länge – eingebunden:

    Direktlink

    Die Dokumentation über Aaron Swartz ist sehenswert und in meinen Augen ein sehr wichtiger Teil unser Zeitgeschichte! Unter anderem kommen auch Tim Berners-Lee (Erfinder des WWW) und Lawrence Lessig (Mitbegründer Creative Commons) zu Wort.

    Das Leben von Aaron wird sehr eingehend dargestellt, welche Themen ihn beschäftigten und wie er dachte. Trotz seines Erfolges mit Reddit – der Verkauf brachte ihm sehr viel Geld ein – und seiner Beteiligung an der Entwicklung des RSS1.0 – Protokolls, hatte er nie viel für Reichtümer übrig. Vielmehr widmete er sein Leben dem Internet, der freien Sprache, dem freien Zugang zu Wissen für jeden einzelnen, dem Kampf gegen Zensur.

    Er erreichte mit seiner Gruppe Demand Progress, dessen Mitbegründer er war, dass das Gesetz „Stop Online Privacy Act“, bekannst als SOPA, in den USA gekippt wurde!

    Dennoch wurde wegen eines nichtigen Vergehens angeklagt und ihm drohten 30 Jahre Haft. Er hatte aus dem JSTOR Archiv 4,8 Mio Dokumente heruntergeladen und wurde erwischt. Nachdem er die Dokumente zurückgegeben hatte, stellte JSTOR die Klage ein. Die Staatsanwaltschaft jedoch verfolgte den Fall weiter.

    Swartz litt vor allem in den letzten Jahren seines Lebens immer wieder an Depressionen. Dies und die Angst vor einer langen Haftstrafe, trieb ihn – so die Darstellung in der Doku – vermutlich in den Freitod.

    Ein beeindruckender Mensch, jemand der sich für seine Ideale eingesetzt hat und immer die richtigen Fragen stellte, unser System hinterfragte. Schaut euch die Doku an. Das sind gut investierte knapp zwei Stunden!

     

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  • Mobile Woche – 04/2014

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    Herzlich willkommen zur vierten Ausgabe der „Mobilen Woche“! Gestern Abend so gegen 20 Uhr etwa sind bei Google einige Server ausgefallen. Das ganze dauerte ganze 28 Minuten und hat die TechNews-Blogs und News-Portale in helle Aufregung versetzt. Jetzt mal ganz im Ernst: Wer von euch hat das tatsächlich wahrgenommen? Können wir nicht mal ein paar Minuten ohne auskommen? Und, müssen wir jetzt alle sterben?

    Fragen die die Welt bewegen. Sei es drum widmen wir uns den Themen der vergangenen Woche.

    Das schlechteste Password 2014 war…

    123456„. Damit hat es die Alternative „password“ deutlich vom Thron gestoßen. Leute, macht es den Hackern doch nicht so leicht! Mein Tipp an dieser Stelle: Schaut euch einmal LastPass an, oder nutzt stattdessen eine Lokale Alternative, wie zum Beispiel Keepass. Damit müßt ihr euch nur noch ein Passwort merken, denn die beiden Tools speichern alle anderen für euch und loggen euch bei bedarf dann fix ein.

    Redtube Abmahner tauchen offenbar unter

    Es war klar, dass wir von der Redtube Abmahnwelle noch hören werden. Allerdings anders als ich gedacht hatte. Die Abmahner sind einfach mal untergetaucht. Es gibt einen neuen Geschäftsführer und überhaupt wird die Geschichte ziemlich undurchsichtig. Die Abgemahnten können so zumindest hoffen, dass die Geschichte im Sande verläuft.

    Spione im Wohnzimmer – Dein Smart TV schaut mit

    Schöne neue Smarthome Welt. C´t deckt auf, wie eure Smart-TV´s euch ausspionieren und an wen die Daten zur Auswertung übermittelt werden. Beängstigend!

    Chrome Browser ließ sich abhören

    Eine Meldung zum Chrome-Browser aus dem Hause Google hat mich dann auch etwas beunruhigt. Angeblich besteht schon seit Monaten eine Lücke im Browser, die es Angreifern ermöglicht „mitzuhören.“ Die Lücke war schon Monate bekannt, es gab auch einen Patch dafür, aber Google sah sich scheinbar lange Zeit nicht willens, diesen Patch auch einzuspielen.

    Aktuell lässt sich die Lücke in den neusten Versionen des Browsers aber nicht mehr nachstellen.

    Edward Snowden Interview Sonntag 23:00 Uhr in der ARD

    Edward Snowden
    Photo, Wikipedia, TheWikiLeaksChannel

    Am Sonntag Abend um 23 Uhr sendet das Erste eine Dokumentation mit einem Interview über Snowden. Das wird sicherlich sehenswert. Ich halte Edward Snowden für einen Held unserer Zeit und habe höchsten Respekt vor ihm, einem Menschen der gegen alle Regeln aufzeigt, dass sein eigenes Land in eine Richtung abdriftet, die einem Filme wie „V-wie Vendetta“ oder das Buch „1984“ von George Orwell als Märchen erscheinen lassen.

    Allerdings muss man die ARD auch heftigst kritisieren. Ein solch relevantes Thema zu so später Stunde  zu senden ist in meinen Augen ein großer Frevel. Zu wenige Menschen beschäftigen sich wirklich mit Netzpolitik, Überwachung und den Geheimdiensten. Wer Menschen aktivieren will, muss solche Themen früher senden. Alles andere ist einem öffentlich-rechtlichen Sender nicht würdig!

     NSA kauft Gülle in Mengen

    Bitte entschuldigt meine gleich folgende Ausdrucksweise, aber der NSA wühlt nicht nur in unseren privaten Surfgewohnheiten, Dokumenten, Telefongespächen und sonstigen Metadaten herum, neine die NSA beschäftigt sich auch mit echter Scheiße. Sie kaufen Abwasser in großem Stil, um damit ihre Server-Farmen zu kühlen. Disgusting!

     Cloudspeicher-Anbieter Dropbox ist 10 Mrd Dollar wert

    Nach Abschluß einer weiteren Finanzierungsrunde bei der Dropbox noch einmal 250 Mio Dollar Venture-Capital einheimste ist der Cloud-Riese nun 10 Mrd Dollar wert. Zumindest rechnerisch.

    mobilcom-debitel cloud

    Ob man hingegen tatsächlich seine Daten einem amerikanischen Onlineservice anvertrauen will, sollte man sich vielleicht doch noch einmal genau überlegen, ob der Snwoden-Affäre. Glücklicherweise gibt es ja auch Alternativen auf deutschen Servern, die auch noch unserem hiesigen Datenschutzrecht agieren müssen. Beispiel gefällig? Mobilcom-debitel Cloud. Bereits in der kleinsten Version der md Cloud gibt es für 1,99€ im Monat als Option zum Mobilfunkvertrag 40 GB Online-Speicher, für 3,99€ gibts dann schon 80GB. Bei Dropbox hingegen legt man 10$ pro Monat für 100GB an, mit dem Nachteil, dass der Server im Ausland liegt.

    Telekom trennt sich von Entertainment-Diensten

    Die Dienste Pageplace, Musiload, Gamesload und Softwareload stehen zum Verkauf. Die Telekom plant scheinbar andere Modelle, die ähnlich wie die Spotify-Kooperation aufgebaut sind. Einzig der Dienst Videoload, der eng mit dem Entertain-Paket verknüpft ist soll nicht verkauft werden.

    Netflix kommt nach Europa

    Während sich die Telekom von Entertainment-Diensten trennen will, macht sich ein aus den Staaten bekannter Dienst auf, Europa einzunehmen. Ob sich Netflix gegen hiesige Konkurrenz, wie Maxxdome, WatchEver und Co. durchsetzen kann? Wenn das Angebot stimmt und amerikanische Serien deutlich früher zur Verfügung stehen als üblich, könnte es was werden.

    Das war die vierte Woche in 2014. Ich bin gespannt,was die kommende Woche uns zu bieten hat.

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  • Eine Weihnachtsansprache – Edward Snowden 2013

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    Edward Snowden hat in diesem Jahr mit seinen Enthüllungen die Überwachungs- und Spionageaffäre 2013 ausgelöst. Mit seinen Veröffentlichungen hat er für sehr viel Aufruhr gesorgt und uns gezeigt, mit welchen Mitteln vor allem unsere „lieben Freunde“, die Amerikaner, zu der unsere Bundesregierung ja ach „so gute Beziehungen“ pflegt, in unsere Privatsphäre eindringen und uns alle unter Generalverdacht stellen, Terroristen zu sein. Denn dieses Argument ist das einzige, dass die Amis immer wieder anführen, wenn es darum geht, ihre Überwachungs-Manie zu rechtfertigen – die Angst vor Terrorismus. In der Realität darf man sicher sein, dass nicht die Terrorismus-Angst der Amis Grund für die Überwachung ist, sondern einzig und allein Wirtschaftspolitische Interessen. Dennoch spielt unsere eigene Regierung mit, lässt sich immer wieder von den Amerikanern einlullen und strebt selbst danach die Überwachung in unserem Lande zu maximieren – siehe Vorratsdatenspeicherung.

    Weihnachtsansprache Edward Snowden 2013

    Edward Snowden hält uns nun heute in einer Weihnachtsansprache im englischen Fernsehen – wenn ich das richtig mitbekommen habe, parallel zur Ansprache der Queen(!) – noch einmal in aller Deutlichkeit vor, dass die Überwachung heute wesentlich schlimmer ist, als George Orwell sie in seiner Dystopie 1984 , in der es um einen totalitären Präventions- und Überwachungsstaat geht, beschrieben hat (wer 1984 noch nicht gelesen hat, sollte dies dringend mal nachholen!) Jeder von uns hat heute ein kleines Gerät in der Tasche, dass sich ganz toll tracken lässt. Unser Always-on-Habitus und das ständige Teilen unserer Erlebnisse und Gewohnheiten tragen dazu bei, uns noch gläserener zu machen. Sind wir doch selbst dafür verantwortlich, was wir in die digitale Welt hinausposaunen.

    DirektLeak

    Ein Kind, welches heute geboren wird ,wisse nicht mehr, was Privatleben sei, sagt Snowden. „Es wird nicht mehr wissen, was ein Moment Privatsphäre bedeutet, einen Gedanken zu haben, der weder aufgenommen wurde, noch analysiert. Das ist ein Problem, denn das Privatleben ist wichtig, das Privatleben hilft uns zu bestimmen, wer wir sind und wer wir sein wollen.“

    Privatsphäre bedeutet Freiheit, Selbstbestimmung und freie Meinungsäusserung. Wir können Menschen wie Snowden nur dankbar sein, dass sie solche Misstände aufdecken und alles dafür tun, dass wir auch in Zukunft frei und selbstbestimmt auf diesem Planeten leben können. An uns ist es, ihn zu unterstützen.

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  • Überwachungsstaat – nein, danke!

    In den letzte Wochen hat vor allem ein Thema die Welt arg durcheinander gebracht: Die Enthüllungen von Edward Snowden. Wer bis dahin dachte – vor allem hier in Deutschland – er könne ein ruhiges, unbescholltenes Leben in einem freien, demokratischen führen, der wurde plötzlich eines besseren belehrt. Nach und nach kamen und werden noch einige weitere unangenehme Dinge ans Licht kommen – Dank Snowden. Vor diesem Menschen habe ich aller größten Respekt.

    Snowdens Veröffentlichungen zeigen, dass wir, obwohl wir in einer Demokratie mit einem Grundgesetz leben, dass uns freie Meinungsäusserung und Postgeheimnis garantiert, von Geheimdiensten ausspioniert werden – und zwar alle. Einfach so. Der Grund uns alle unter Generalverdacht zu stellen? Angeblich der  Kampf gegen „den Terror“. Was daraus werden kann, aus der Angst vor dem Terror, wenn wir nicht einschreiten, zeigt dieses Video. Ebenso zeigt es die Gefahren von Überwachung auf, und erklärt, warum der oft gehörte Spruch „Wer nichts zu verbergen hat, hat auch nichts zu befürchten“ ein großer Irrtum ist.

    Ansehen, verstehen, weiterverbreiten.

    Gut 10 Minuten, die sich lohnen!

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  • Über unser Land, das Netz und für unsere Jugend

    Einen großartigen Rant haben Tanja und Johnny Haeusler da auf der republica13 vorgetragen. Schaut euch das Video an und lest vor allem auch den Text . Den Text findet ihr auf Spreeblick selbst im verlinkten Artikel. Macht euch selbst mal eure Gedanken dazu!

    In diesem Sinne: Für unsere/eure Jugend!

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