Die „Digitale Dividende nimmt endlich Fahrt auf, denn nicht nur die Gemeindevertretung war überrascht von der Nachricht des Telekom-Vertreters Thomas Fannasch. Auch die Leser der shz vom 24.10. dürften von der Nachricht überrascht worden sein – Interesse an Mobilfunk und breitbandigem Internet-Zugang vorausgesetzt.

Die Telekom will den Silo-Turm der Team AG in Schaalby, der bereits heute als Standort für UMTS-Netztechnik genutzt wird ausbauen und als einen der ersten von knapp 30 Standorten in Schleswig-Holstein mit LTE-Technik (Long Term Evolution) ausrüsten.

Der Silo-Turm kommt mit seiner Höhe von 50 Metern und der Lage auf einem sehr hohen Punkt (70 Meter über NN) in geradezu idealer Weise als LTE-Standort in Frage. So werden im Umkreis von gut 1o Kilometern Haushalte mit mobilem Breitband versorgt werden können.

Zu Beginn – etwa 2011, sobald man die ersten LTE-fähigen Endgeräte erwarten darf – wir die Bandbreite mit 2MBit/s noch relativ gering sein. Dies stellt aber allemal mehr dar, als einige Schaalbyer heute mit einem herkömmlichen Internetzugang bekommen können, denn einige Anwohner bekommen noch nicht einmal DSL. Später sollen nach Angaben von Fannasch dann bis zu 50 MBit/s möglich sein. Aber auch dies stellt nur einen Spitzenwert dar. Nutzer de neuen Technik müssen sich die verfügbare Bandbreite im Mobilfunknetz nämlich teilen.

Mein Häuschen steht weniger als 800 Meter vom Turm entfernt. Insofern dürfte mir wohl etwas mit Glück alsbald ein Zugang zu LTE beschert sein. Fraglich sind jedoch noch die Kosten für den mobilen Highspeed-Zugang.

Spannendes Detail am Rande: Für die Aufrüstung der bestehenden UMTS-Antennen zum LTE-Standort sind keine Baugenehmigungen notwendig. Ob dies im Zusammenhang mit der Digitalen Dividende steht?

Auf den Seiten der Telekom kann man sich als Interessent schon heute für die neue Technik registrieren.

Die ersten LTE Standorte der Netzbetreiber waren Kyritz/Telekom, München/O2 und Heilgendamm/Vodafone. E-Plus wird kein eigenes LTE aufbauen, da man sich dort frühzeitig aus der Versteigerung der Frequenzen zur Digitalen Dividende ausgeklinkt hat.

Die verzweifelte Suche nach der mobilen Killer-Applikation

September 19th, 2010 | Posted by Mathias in Android | Apps | mobile internet | Mobilfunk - (Kommentare deaktiviert für Die verzweifelte Suche nach der mobilen Killer-Applikation)

Broken iPhone ScreenIm Mobilfunkmarkt ist einiges in Bewegung. Seit der Einführung der UMTS-Netze – wir erinnern uns an die UMTS-Frequenzauktion im Jahr 2000, die dem Staat rund 50 Milliarden Euro einbrachte – redet man vom mobilen Internet, von mobilen Breitbandanwendungen und von Killer-Applikationen. Die Suche nach der Killer-Applikation hat nicht nur die Netzbetreiber und Netzlieferanten lange Zeit beschäftigt. Auch die Hardwarehersteller, die Lieferanten der Mobilfunk-Endgeräte haben lange gesucht.

Von „der“ Killer-App spricht heute niemand mehr. Das mobile Internet ist endlich da, obwohl der mobile Zugriff auf das Internet nur ein neuer Zugangsweg auf das allgemeine, althergebrachte Internet ist. Nichts weiter.

Doch schaut man sich den Markt etwas genauer an, fallen einige Dinge ins Auge. Apple hat mit den iPhones nicht nur stylische, einfach zu bedienende Smartphones aufgelegt, die nicht nur bei Apple-Junkies Stürme der Begeisterung ausgelöst haben. Zudem hat Apple eine Welt geschaffen, in der der Kunde auf einfachste Weise eine große Bandbreite an Zusatzdiensten nutzen kann. Musik, eBooks und Apps kommen via iTunes durch einfachen Klick über das (mobile) Internet auf das Handy. Bezahlt wird über iTunes. Der Kunde muss seine Kreditkarten-Daten hinterlegen, Entwickler und Medien-Anbieter bekommen 70%, Apple bekommt 30% vom Umsatz. Apple bringt alles aus einer Hand, aus einem Guss. Einfach und simpel für den Nutzer.

Google hat diese Nische ebenfalls früh entdeckt, Android als neues, offenes Handy-Betriebssystem aufgelegt und mit HTC einen Hersteller für das G1 und das Google Phone gefunden. Auch Google hat einen App-Store, den Google Market, in welchem Kunden Applikationen, eBooks, Content , Spiele und vieles mehr kaufen können. Google hat allerdings die Hardware nicht selbst und muss hier auf Hardwarehersteller hoffen, die Android auf ihre Geräte nehmen. Dies klappt bisher sehr gut. Android jagt inzwischen sogar Apple Marktanteile ab. In den USA häufen sich die Berichte über iPhone Besitzer, die als nächstes ein Android-Handy erwerben werden. Google hat ein zu Apple gleichwertiges System geschaffen, deutlich offener und mit weniger Hürden für Kunden, Entwickler und Hardwarehersteller.

Die Handyhersteller wurden von dem Erfolg von Apple und Google quasi überrollt. Nokia, der ehemalige Marktführer, hat sich offensichtlich völlig verrannt und muss nun mit neuer Führungsriege versuchen Marktanteile zurückzugewinnen. Versucht wird dies mit dem gleichen Ansatz, den Apple und Google vorgemacht haben. Es werden einfach zu bedienende Smartphones aufgelegt – Touch ist ein Must-Have – und natürlich gibt es auch einen Store für weitere Applikationen, Dienste und Multimedia. SonyEricsson, Samsung und andere Hersteller tun es Nokia gleich und versuchen mit Smartphones und Shops, ebenfalls zu Punkten. Unklar ist hier jedoch, wo die Marschrichtung liegt. Denn sowohl SonyEricsson, als auch Samsung und LG legen Android-Handys neben eigenen Betriebssystemen auf.

Microsoft will Windows pushen und wird voraussichtlich Windows Phone 7 im Herbst einführen. Aktuell wurde das Entwickler-SDK für Windows Phone 7 freigegeben. Scheinbar mit gutem Erfolg, denn 300.000 Downloads sprechen für sich. Dennoch hat auch Microsoft einen harten weg vor sich, denn obwohl der Softwareriese aus Redmond scheinbar überall präsent ist, ist der Anteil von Windows-Smartphones im Markt auf 5% gesunken. Aber auch Microsoft schlägt den gleichen weg, wie all die anderen ein. Ein Smartphone-Betriebssystem, Touchscreens, App-Store und die Freigabe der App-Plattform für externe Entwickler. Das Business-Model für Entwickler wird dem Apples entsprechen – 70/30.

Zusammenfassend lässt sich das folgende Bild zeichnen: Der Computerhersteller Apple aus Cupertino mit einer ehemals kleinen Fan-Gemeinde, hat mit seiner Smartphone- Entwicklung den Markt ordentlich durchgeschüttelt und vorgemacht, wie es geht. Durch Apple und auch durch Google wurde das Internet mobil, obwohl Netzbetreiber, Netz- und Hardwarelieferanten sich dabei abmühten. So richtig in Schwung kamen sie nicht. Aktuell hecheln sie Apple und Google hinterher. Nokia verlor sogar knapp 25% Marktanteil. Eine herbe Schlappe.

Die Killer-Applikation im Mobilfunkmarkt hat es nicht gegeben und es wird sie auch niemals geben – zumindest nicht als einzelne App, die den Markt bestimmt. Vielmehr ist es das Gesamtpaket aus Hardware, Software, Market und Entwicklerumgebung, das den Erfolg ausmacht.

Zur Zeit sehen wir von diesem Erfolg gerade erst den Anfang. Die Entwicklung wird zeigen, wo es hingeht. Es wird sich zeigen, ob Nokia den Turn-Around schaffen wird, ob Apple langfristig bestehen kann, oder Google noch allmächtiger werden wird. In diesem Zusammenhang ist auch zu betrachten, was mit den Netzbetreibern passiert. Werden sie zur gefürchteten Bitpipe? Wie werden sie vom Erfolg partizipieren können?

Creative Commons License photo credit: thetechbuzz

WLAN künftig mit 7 GBit/s

Mai 14th, 2010 | Posted by Mathias in Internet | Netzwerk | WLAN - (Kommentare deaktiviert für WLAN künftig mit 7 GBit/s)

Schon bald könnte die kommende WLAN Generation eine Geschwindigkeit von bis zu 7 GBit/s erreichen. Wie das gehen soll?

Die Wigig-Alliance (Wireless Gigabit Alliance) hat eine neue Funktechnik veröffentlicht, die in künftige WLAN-Generationen integriert werden soll. Dazu hat man sich mit der Wi-Fi-Alliance über eine generelle Zusammenarbeit geeinigt.

Wigig 1.0 spezifiziert nun eine Funktechnik, die im Frequenzbereich von 60GHz , Bandbreiten von 7GBit/s ermöglichen soll, dies allerdings auf Basis von bekannten Techniken, nämlich dem IEEE 802.11 Standard. Zudem sind die Reichweiten dieser Technik stark eingeschränkt. Wigig funktioniere lediglich in einem Radius um den Accespoint herum

Künftige WLAN Geräte werden dann so auf allen drei Frequenzbereichen senden können, auf 2,4 und 5 GHz mit bekannten WLANs, aber auf großer Reichweite mit relativ wenig Leistungs und auf 60 GHz für hohe Bandbreiten über geringe Entfernungen. Die Wigig-Spezifikation sieht dabei vor, dass einzelne Sessions – ähnlich wie im Mobilfunk von einem Sendemast zum anderen – von einer Technik zur anderen per „Handover“ weitergereicht werden können.

Für die meisten Haushalte dürfte die eher geringe Wigig-Reichweite nicht weiter relevant sein. Als Bottleneck könnte sich da höchstens die geringe Geschwindigkeit des eigenen Breitband-Anschlusses herausstellen.

Dass diese neue Technik definitiv in die WLAN-Standards intergriert werden wird, dürfte ausser Frage stehen, da die Member der jeweiligen Allince fast komplett übereinstimmen.

via: Künftige WLAN-Geräte mit 7 GBit/s

Die „Mobile Welt“ in Zahlen

Mai 12th, 2010 | Posted by Mathias in Fundstücke | Internet | mobile internet | Netzwerk | SocialMedia | Web2.0 - (Kommentare deaktiviert für Die „Mobile Welt“ in Zahlen)

Qualcomm hat anläßlich des MobileMonday ein Video produziert, welches höchst eindrucksvoll die mögliche Entwicklung des Mobilfunks und des mobilen Internets aufzeigt.

http://www.youtube.com/watch?v=OgAkbu73L5A&feature=player_embedded

Zumindest ist das die vorherrschende Meinung vieler Menschen, ja selbst Manager in gehobenen Positionen im Web- und Kommunikationsumfeld sehen dies so.

Nun ja: Wer in Zukunft immer mal wieder als  “Nerd” bezeichnet wird, weil er  im Internet auf Wikipedia recherchiert, lieber Blogs liest als die Tageszeitung, Partys und Events im Web via Facebook, Xing, mixxt, oder LinkdIn organisiert oder sein Fernseh-Programm im Web zusammenstellt, der sollte diesen Menschen einfach einmal das folgende kleine Video vorführen. Vermutlich wird sich diese Person dann selbst einige Fragen stellen.

Diesen Satz finde ich dabei am Wichtigsten:

The ROI of social media is that your business will still exist in 5 years